Am 13.10.17 war es Zeit für die zweite Azubifahrt in diesem Jahr. Dieses Mal wussten wir nicht, wohin es geht. Die einzigen Informationen, die wir bekamen, waren das Datum und der Hinweis auf festes Schuhwerk. Die Gerüchteküche brodelte. Erst letzte Woche, am Freitag den 13., haben wir im Bus erfahren, wohin es nun wirklich ging.

Ziel der Busfahrt war die Rappbodetalsperre im Harz, bei der jeder mit der Megazipline fahren durfte. Zudem gab es einen Tandemsprung zu gewinnen, der im Bus ausgelost wurde. Überzeugt von meinen stochastischen Fähigkeiten, aufgrund einer so hohen Azubianzahl, bei so einer Verlosung nicht gezogen zu werden, meldete ich mich. Anstatt mein Glück an dem Tag für Lotto spielen zu verwenden, habe ich es für das Nächstbeste benutzt. Ich gewann also zusammen mit Sven den Tandem-Sprung. (und das Schreiben dieses Blog-Eintrags)

Als wir an der Talsperre ankamen, ging es deswegen als erstes: aufs Klo. Vorsichtsmaßnahme. Danach überquerten wir die Brücke, welche teilweise stark wackelte und auch gut als Trunkenheitssimulation benutzt werden könnte. Währenddessen konnten Sven und ich uns schon mal über potenzielle Todesmöglichkeiten durch die Höhe, die unterschiedlichen Aufprallflächen und Fremdverschulden Gedanken machen. Aber wenn man schon sein Glück für Verlosungen aufbraucht, muss man das Gewonnene auch nutzen.

Auf dem Weg zurück über die Brücke hielten wir an dem Tandem-Käfig an und bereiteten uns auf den Sprung vor. Die Betreuung vor dem Sprung war sehr nett und locker. Nach 15 Minuten Vorbereitung in der uns unter anderem erklärt wurde, wo man sich beim Sprung und dann beim Hochziehen zur Plattform festhalten darf, wurden wir in Position gebracht. Über uns mehr als 30 Azubis, Oberbefehlshaber Jan und Fremde, die auch sehen wollten, ob und wie dort unten nun jemand Qualen erleidet. Fragwürdig warauch, wie viele Klicks ein gedrehtes Video generieren würde?

Besser draufhalten, man weiß ja nie was passiert.

Nachdem wir also unter der Brücke hingen, ein Stück neben der Plattform von der wir kamen, rechnete ich noch mit ein paar Sätzen zum Ablauf.

Nix da. Countdown und die Reißleine wurde gezogen.

Nach einem kurzen: „Oh Shit“, einem dementsprechenden Gesichtsausdruck und dem (offensichtlichen) Gefühl zu fallen, war der Fall auch schon vorbei und wir schaukelten noch vier Mal hin und her bis wir per Daumen signalisierten, dass wir bereit sind, hochgezogen zu werden. Beim Hochziehen (über eine Seilwinde) wurde uns auch klar: So bequem sind die Gurte gar nicht.

Nachdem wir uns verabschiedet haben, begaben wir uns schnellen Schrittes zur Megazipline, die ins Tal führen sollte. Den Adrenalinrausch konnte man uns wohl ansehen, Svens Hände zitterten beim Stillhalten und mir schlotterten die Knie. Der Schwierigkeitsgrad beim Überqueren der Brücke wurde also noch einmal gesteigert.

Die Megazipline war im Vergleich nicht so Adrenalingeladen, aber es dauerte viel länger als der Tandemsprung und hat sich somit für alle gelohnt. Da es eine Weile dauerte bis alle mit der Zipline unten ankamen, wurden wir direkt mit Getränken versorgt und wir aßen auf einem Floß zu Mittag. Dabei haben die meisten Azubis auch entdeckt, dass es auch auf dem Floß alkoholische Getränke gab.

Mit denkbar guter Laune ging es also danach zurück nach Göttingen.

Es war also eine gute Azubifahrt.

Bildergalerie zur Azubifahrt 2017

Adrenalin pur – Die Videos zum Tandemsprung und der Megazipline

Autorin: Franziska Koch, Auszubildende für Anwendungsentwicklung