Die Assoziationen, die wir mit Indien haben, können so unterschiedlich und extrem wie das Land selber sein.

Seit einigen Jahren reise ich bereits regelmäßig nach Indien. Allein der Gedanke an das bunte und lebhafte Land führt bei mir aufgrund der bereits erlebten wunderbaren Momente und positiven Erlebnisse schon kurzzeitig zu einem schnelleren Herzschlag und Gänsehaut.

Um die Vielfalt und Faszination von Indien näher zu erleben und verstehen zu können, braucht es vermutlich zig Monate oder wohl eher Jahre. Trotzdem habe ich mir gedacht, dass ein dreimonatiger Aufenthalt ein optimaler Zeitraum ist, um einiges von dem Land, der indischen Kultur und ihren Menschen kennenzulernen.

Im Januar war es dann endlich soweit: Los ging es nach Südindien, das mir bereits durch vorherige Reisen ein wenig vertraut war. Im Bundesstaat Karnataka, in der Stadt Mysore, habe ich direkt einen intensiven Yoga-Kurs über drei Wochen belegt, um mich im Land des Yoga-Ursprungs mit der dahinterstehenden Philosophie auseinander zu setzen.

Danach verbrachte ich zwei Monate in Nord-Goa, wo ich allein gewohnt und mich selbst versorgt habe.

In Goa habe ich mich in einem Bildungsprojekt von der NGO Samarpan Foundation engagiert. Mit einem geliehenen Auto bin ich vier Nachmittage in der Woche in einen Slum gefahren, wo ich Kinder bei ihren Hausaufgaben unterstützt bzw. sie in Englisch und Mathe unterrichtet habe. Der Umgang mit den Kindern hat mir sehr viel Freude bereitet. Insbesondere die Herzlichkeit und Fröhlichkeit, welche die Kids trotz ihrer teilweise sehr bedürftigen Lebensumstände im Slum verbreiten, haben mich zutiefst beeindruckt.

Ansonsten verbrachte ich meine Zeit mit Tages- und Wochenendausflügen (z. B. Küstenwanderung oder Weltkulturerbe Hampi in angrenzenden Bundesstaaten Maharashtra und Karnataka), am Strand, auf einer mehrtägigen hinduistischen Hochzeit, beim alltäglichen Markteinkauf, Feiern, Warten (z. B. auf Busse oder mit dem Auto im Stau), dem obligatorischen Verhandeln von Preisen (z. B. für eine Rikscha-Fahrt), bei Nachbarn und Freunden, Lesen, mit dem ausgiebigen Nichts-Tun und natürlich dem regelmäßigen Praktizieren von Yoga und Besuch von traditionellen Yoga-Unterricht, um meine Erfahrungen auf diese m Gebiet zu intensivieren.

Zum Ende meiner Indien-Zeit war ich spontan noch zehn Tage in Nordindien – überwiegend am Fuße des Himalaya-Gebirges und dem heiligen Fluss Ganges im Bundesstaat Uttarakhand sowie ein Wochenende in der Landeshauptstadt New Delhi.
Diese Auszeit ist für mich eine große Bereicherung gewesen. Es fällt mir (noch) schwer, die Dankbarkeit für diese tolle Möglichkeit in Worte zu fassen.

Ich bin sehr dankbar für die vielen herzlichen Menschen, denen ich begegnet bin und die ich kennenlernen durfte – die große Gastfreundlichkeit, die mir entgegengebracht wurde – das Unbekannte, was ich ausprobieren konnte – die herausfordernden und ungewohnten Situationen, mit denen ich zurechtgekommen bin.

Ein großer Dank gebührt Sycor. Als mein Arbeitgeber hat Sycor die besten Voraussetzungen und Rahmenbedingen für meine Auszeit vom Alltag geschaffen. Vielen Dank an meine lieben Kollegen, die meine Abwesenheit getragen und zusätzliche Aufgaben übernommen haben.
Mein herzlichster Dank gilt meinem Partner, meiner Familie und Freunden, die mich bei der Realisierung dieses Projektes – remote, in der Heimat oder auch vor Ort in Indien – auf ihre besondere Art und Weise begleitet und unterstützt haben.

Namaste!

Autorin: Carolin Wulf (HR Management)