Unser Kollege Timo Schlolaut engagiert sich in seiner Freizeit beim Technischen Hilfswerk. Warum er diesem Ehrenamt viel Zeit widmet, verrät er in diesem Blog-Artikel….

Du Timo, was genau machst Du eigentlich beim THW oder was genau macht das THW eigentlich?
Diese Frage höre ich öfter, wenn ich über mein Hobby spreche. Ganz nüchtern betrachtet ist das so:
Das Technische Hilfswerk, kurz THW, steht als Einsatzorganisation des Bundes im Bevölkerungsschutz und im Katastrophenschutz der Bevölkerung in Deutschland und auch weltweit bei Katastrophen und Unglücken zur Seite. Werden durch Unwetter großflächig Schäden verursacht, bedroht Hochwasser Städte und Gemeinden oder fällt die Stromversorgung länger aus, dann leisten die THW-Einsatzkräfte schnell und effizient technische Hilfe.
Seit dem Jahr 1950 erfüllt das THW seine Aufgaben im Auftrag des Bundesministeriums des Innern. Gesetzlich sind drei Einsatzbereiche als Aufgaben des THW definiert:
• technische Hilfe nach dem Gesetz über den Zivilschutz und die Katastrophenhilfe des Bundes,
• technische Hilfe im Auftrag der Bundesregierung im Ausland,
• technische Hilfe bei der Bekämpfung von Katastrophen, öffentlichen Notständen und Unglücksfällen größeren Ausmaßes auf Anforderung der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen, insbesondere im Bergungs- und Instandsetzungsdienst.
(Quelle: THW.de)

Wie bist Du zum THW gekommen?
Im Jahr 2007 bekam ich, wie jeder männliche „Jugendliche“ einen Einberufungsbescheid vom Kreiswehrersatzamt. Da ich damals in Wolfsburg schon eine feste Arbeitsstelle hatte, habe ich mich nach einer Alternative umgeschaut. Hier kam das THW ins Spiel, da es damals eine Möglichkeit gab, einen Ersatzdienst anstelle der Bundeswehr-Grundausbildung anzutreten. Man durchläuft vorab eine Grundausbildung direkt im Ortsverband, in der man bspw. den sicheren Umgang mit Leitern, Seilen, Spanngurten und Ketten lernt. Natürlich aber auch den Umgang mit Geräten wie zum Beispiel großen Trennschleifern, Kettensägen, Stromerzeugern und Lichtquellen wie Scheinwerfern oder PowerMoons. Ein theoretischer Teil gehört ebenfalls dazu, zum Beispiel: Einsatzgrundlagen und das korrekte Verhalten in Einsätzen.

Diese Zeit ist doch sicher um, was bewegt Dich immer noch zum THW zu gehen?
Aus der „Pflicht“ wurde recht schnell ein Privileg oder gar eine Leidenschaft und man freute sich sogar auf die Dienste, welche in der Regel am Wochenende stattfinden. Da das THW deutschlandweit von den Strukturen in den Ortsverbänden identisch aufgebaut ist, war auch nach meinem Umzug von Wolfsburg nach Göttingen die Möglichkeit da, ohne viel Aufwand den Ortsverband zu wechseln.
Die Frage lässt sich im Übrigen sehr schwer beantworten, warum man gerne über längere Tage gar Wochen völlig übermüdet durch Schlafentzug, auf Deichen steht – „Sandsäcke wirft“ oder komplette Straßenzüge leerpumpt. Es ist die Dankbarkeit der Anwohner, die einem widerfährt, wenn man dabei unterstützt das Hab & Gut Einzelner zu „sichern“ oder zu bergen. Darüber hinaus lernt man ja auch Dinge, die einem im Alltag als IT-Berater nicht ständig über den Weg laufen. Denn man hat die Chance in den einzelnen Fachgruppen spezielles Wissen vermittelt zu bekommen. In der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (FGr WP), in der ich aktuell bin, lernt man z.B. den Umgang mit Pumpen die über 15.000 Liter in der Minute pumpen können oder Kanalbau für die Instandsetzung zerstörter Infrastrukturen.
Und natürlich ist wie bei anderen Organisationen wie Freiwillige Feuerwehren, das DRK, oder die Johanniter die Kameradschaft und der Zusammenhalt im Team ein Zugpferd, welches einen Helfer immer wieder bewegt zu Diensten zu erscheinen.

Sieht man nicht auch mal Dinge, mit denen man nicht so einfach umgehen kann?
Natürlich kommen Einsätze, bei denen es um Leben und Tod geht auch vor oder auch das Leid von Mitmenschen, die wirklich ALLES verloren haben, gehen an die Substanz. Auch ich selbst habe diese Situationen erlebt. Jedoch gibt es nach diesen Einsätzen sehr gut ausgebildete Kollegen aus dem THW, die sich um Einsatznachsorge kümmern. Die Einsatznachsorge-Teams bieten Hilfe und Unterstützung an, um belastende Situationen aus dem Einsatz zu verarbeiten. In Einzel- oder Gruppengesprächen werden belastende Erlebnisse aufgearbeitet. Direkt nach schweren Unfällen und Katastrophen stehen die Teams zur Verfügung, um die Einsatzkräfte aufzufangen. Auch präventiv kann viel getan werden.

Klingt toll, kann man da mitmachen?
Auf jeden Fall, Helfer werden immer gebraucht und wir freuen uns über jeden, der mitmacht. Speziell hierfür gibt es Kampagnen vom THW: Raus aus dem Alltag. Rein ins THW…
Was man schwer in Worte fassen kann, könnt ihr in dem folgenden Video gut vermittelt bekommen. Ich kann dem Video nur 100 % beipflichten:

Wenn ihr nach dem Clip Lust habt, das THW kennenzulernen, kommt gern auf mich zu. Ich gebe Euch Informationen, wann und wo wir uns als THW treffen.

Autor: Timo Schlolaut, Project Management & Consulting – (Cloud)Consultant