Im Oktober 2016 machte ich mich, im Rahmen eines Sabbaticals, auf den Weg für 6 Monate die Welt zu erkunden. Na ja, es ist nicht ganz die Welt geworden aber zumindest ein Teil davon ;-).

Vielen Dank Sycor für die Organisation! Es war eine unglaubliche Erfahrung und ich weiß das wirklich sehr zu schätzen! Vielen Dank auch an meine Kollegen!

Vor meiner Reise hatte ich bereits alle Flugtickets gebucht, sodass ich gezwungen war, immer weiterzureisen. Mein Ziel war es, möglichst viel in der Zeit zu sehen und zusätzlich möglichst viel zu surfen. Es war schon recht sportlich, was ich mir für die 6 Monate vorgenommen hatte. Meine Reiseroute:

– Brasilien
– Bolivien
– Peru
– Ecuador
– El Salvador
– Nicaragua
– Fidschi
– Neuseeland
– Australien

Für den Anfang in Brasilien hatte ich mir vor Abreise aus Deutschland Hostels gebucht. Alles Darauffolgende habe ich eher spontan und aufgrund von Empfehlungen anderer Reisenden gemacht. Unterkünfte konnte man sehr gut per App oder vor Ort buchen. WLAN war fast überall verfügbar. Ich habe die Reise quasi alleine angetreten. Allerdings war ich nie wirklich alleine. Übernachtet habe ich überwiegend in Hostels mit Mehrbettzimmern. Schon allein dadurch hat man schnell viele Leute kennengelernt. Hatte man eine gute Connection, ist man einfach gemeinsam weitergereist. So war ich viel mit Kanadiern, Engländern, Österreichern, Schweizern aber auch Franzosen, Mexikanern und Deutschen unterwegs. In den Ländern selbst habe ich häufig Einheimische kennengelernt, die mich gerne umhergeführt haben. Die meisten waren so stolz auf ihr Land und wollten, dass man die besten Seiten sieht. Im Dschungel von Brasilien habe ich mit ca. 20 Personen in einer Holzhütte in Hängematten geschlafen und ebenfalls mit 20 Personen in River Valley in Neuseeland. Das waren allerdings auch die größten Zimmer.

Natürlich musste man vorsichtig sein. Ich bin beispielsweise gerade in Süd- und Zentralamerika kaum im Dunkeln alleine unterwegs gewesen. Habe keine Wertsachen, keinen Schmuck bei mir gehabt und meist eher abgetragen Kleidung getragen. Taxis sollte man sich am besten direkt im Flughafen oder im Hostel/Hotel rufen lassen. Ich bin selten mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Busse habe ich über Hostels oder Reisebüros vor Ort gebucht.

Einige haben mich gefragt, was mir am besten gefallen hat. Das ist wirklich recht schwierig zu sagen. Jedes Land hat seine Besonderheiten und die von mir bereisten waren so unterschiedlich. Aber Highlights waren sicherlich die Iguazu-Wasserfälle in Brasilien/Argentinien, die Salar de Uyuni in Bolivien, der Inca-Trail und Machu Picchu in Peru, die Insel Ometepe in Nicaragua. Fidschi hat auf jeden Fall mein Herz erobert, genauso wie Byron Bay in Australien. Sehr beeindruckend war der Nachthimmel über dem Camp auf dem Weg zu Machu Picchu und die in Wellen spielenden Delphine in der Nähe von Byron Bay (Australien).

Sehr herausfordernd waren die Höhen in Bolivien. Dort war ich die meiste Zeit zwischen 2.000 und 5.000 Höhenmetern. Da hatte man schon sehr mit dem Atmen zu kämpfen. Außerdem hatte ich ständig Nasenbluten. Einige mussten ins Krankenhaus, weil der Körper nicht mit der Höhe zurechtkam. Die Enge und der Zustand der Silberminen in Potosi (Bolivien) waren heftig. Es ist Wahnsinn, dass Menschen dort täglich mindestens 10 Stunden arbeiten. Die schlimmsten Nächte und Busfahrten hatte ich mit einer Blasenentzündung in Nicaragua. Ich habe quasi mehrere Nächte vor der Toilette geschlafen, um die anderen Zimmergenossen nicht zu stören. Auf Antibiotika den Inca-Trail zu wandern war auch nicht optimal ;-). Auf dem Trail ist eine Mitwandernde einen Abhang runtergestürzt. Sie hatte riesiges Glück, dass dort Büsche waren, die sie aufgefangen haben. Wären diese nicht dagewesen, hätte sie das nicht überlebt.

Auf Fidschi wollten sie mich aus dem an dem Tag recht turbulenten Meer retten. Als das Rettungsboot ankam, hatte ich es bereits selbst aus der kritischen Zone geschafft. Wir waren mit zwei Stand-up-paddelboards und einem Kajak auf dem Lake Coatepeque in El Salvador. Dort haben sie uns gegen etwas Geld vom See geholt, weil wir aufgrund von Strömungen nicht selbstständig zurückkamen.

Gesurft bin ich überall, wo es Meer gab. Am liebsten bin ich in Brasilien, El Salvador und auf Fidschi gesurft. Das Wasser dort war schön warm und auf Fidschi unglaublich klar. In Australien war es ebenfalls toll. Allerdings habe ich immer im Hinterkopf gehabt, dass dort schon einige Surfer von Haien angegriffen wurden. In Neuseeland habe ich es nur einmal probiert. Das Wasser dort war trotz Wetsuit so wahnsinnig kalt. Jede Welle, die einem entgegen kam war wie ein Schlag ins Gesicht. Nach wenigen Minuten habe ich meine Füße nicht mehr gespürt. Nein, das war kein gutes Surf-Erlebnis.

Außerdem habe ich auf diesem Trip das Wandern für mich entdeckt. Man sieht so unglaublich viel, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Als Einzelperson ist das sehr gut in Neuseeland möglich. Dort sind die Wege recht gut beschrieben. In Süd- und Zentralamerika bin ich immer mit jemandem gewandert, der sich auskannte.

Etwas enttäuscht war ich von Neuseeland. Landschaftlich war es schon spektakulär aber das Drumherum war ziemlich nervenaufreibend. Aus Kostengründen habe ich mir ein Hop-On/Hop-Off Busticket gekauft. Man muss dazu sagen, dass ich dort in der Hochsaison (Januar) unterwegs war. Wir wurden mit zwei bis zum letzten Platz ausgebuchten (die meisten Mitreisenden waren Abi-Abgänger) Bussen von Ort zu Ort gefahren. Dementsprechend waren Sehenswürdigkeiten und Hostels total überfüllt. In den Hostels musste man beispielsweise ständig um Kochplätze in den Küchen kämpfen. Ich würde jedem mit dem nötigen Kleingeld empfehlen, sich einen Camper zu mieten. Das muss laut Erfahrungen anderer großartig sein. Hinzu kam, dass alles unglaublich teuer war. Ich bzw. auch alle anderen haben sich eine Kühltasche zugelegt, in der wir Essen aus den etwas günstigeren Discountern aufbewahrten und diese haben wir dann immer von Hostel zu Hostel mitgenommen. Sehr teuer war es auch in Australien aber insgesamt hat es mir persönlich dort besser gefallen. Leider konnte ich nicht so viel sehen, da die verbleibende Zeit recht knapp war. Nach Australien werde ich auf jeden Fall nochmal reisen.

Ich darf auf eine unglaublich spannende Zeit zurückblicken. Sprachlich, kulturell, menschlich und auch Surf-technisch habe ich viel dazugelernt. Manchmal war ich recht müde von der Reiserei. Zeitweise bin ich jeden oder jeden zweiten Tag an einem anderen Ort gewesen. In Ecuador, das war nach ca. drei Monaten, hatte ich einen kleinen Hänger. Dort habe ich mir die Zeit genommen, einfach mal zwei Wochen an einem Ort zu bleiben und zu surfen. Dementsprechend habe ich dort nicht ganz so viel gesehen.

Zum Ende der Reise habe ich mich ebenfalls länger an einem Ort niedergelassen. Noch nie war ich so häufig krank wie auf diesem Trip. Aber das war es auf jeden Fall wert! Bis auf Freunde und Familie habe ich nichts in Deutschland vermisst und ich würde es definitiv wieder tun – auch alleine.

Autorin: Kathrin Ullrich, Projektmanagement