„Warum ständig trainieren, wenn 20 Minuten locker reichen?“ Mit dieser Aussage wirbt das Fitnessstudio Bodystreet. Elektrostimulationstraining (EMS) soll mein stundenlanges Krafttraining mehrmals pro Woche komplett ersetzen. Schon nach kurzer Zeit kann ich Ergebnisse erzielen. Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder? Um mir endgültig ein Urteil über diese neue Trainingsform zu bilden, teste ich „Fitness für Faule“ im Selbstversuch.

Über meine Mitgliedschaft bei Gympass, die uns Sycor-Mitarbeiter uneingeschränkten Zugang zu Tausenden von Sport-, Fitness- und Wellnesseinrichtungen anbietet, starte ich ein Probetraining bei Bodystreet in Göttingen.

Bevor ich loslege, erklärt mir die Trainerin des Fitnessstudios noch einmal genau, was EMS eigentlich ist. Ich erfahre von ihr, dass bei diesem besonderen Training die Muskulatur durch elektrische Reize stimuliert wird. Impulse durch Niederfrequenzen werden genutzt, um eine kurze Muskelzuckung auszulösen. Mehrere dieser Impulse hintereinander bewirken eine vollständige Muskelkontraktion wie sie auch beim klassischen Training entsteht.

Strom soll durch meinen Körper fließen? Das kann doch nur gefährlich sein oder?

Schnell beruhigt mich meine Trainerin, denn Training oder Therapie mit niederfrequentem Reizstrom ist für jeden gesunden Menschen nicht gefährlich. Unsere Muskeln arbeiten schließlich ständig. Dabei wird jede Bewegung durch elektrische Ladungen begleitet. Beim Training mit Reizstrom wird diese Spannung durch den zusätzlichen Reiz von außen – direkt über den Nerv zum Muskel – lediglich verstärkt. Der Körper empfindet diesen Reiz daher nicht als fremd. Menschen mit Herzschrittmachern, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöhtem Thromboserisiko sowie Schwangere sollten das Training allerdings trotzdem vermeiden.

Nach dieser Einweisung schlüpfe ich auch schon in meine Funktionskleidung. Die Besonderheit dabei: Die Kleidung ist feucht, damit der Strom besser leitet. Um mein Trainingsoutfit zu vollenden ziehe ich noch einen mit Elektroden bestückten Anzug an. Der Anzug besteht aus Weste, Hüftgurt sowie Manschetten für Beine und Arme. Über die Elektroden werden fast alle großen Muskelgruppen meines Körpers mit den elektrischen Impulsen angesteuert, so dass ich meinen ganzen Körper, aber auch gezielt einzelne Körperregionen trainieren kann. Die Stromwellen kommen in Abständen von vier Sekunden. Vier Sekunden anspannen, vier Sekunden entspannen. Anfangs kribbelt es noch ungewohnt. Als meine Trainerin die Stromdosis erhöht, wird es etwas unangenehmer. Währenddessen ich unter Strom stehe, absolviere ich auf Anweisung Übungen mit meinem eigenen Gewicht, wie etwa Sit-Ups oder Kniebeugen.

Dieses Ganzkörpertraining beeinflusst nicht nur meine allgemeine Fitness und Leistungsfähigkeit positiv, sondern stärkt auch gezielt die Rückenmuskulatur. Mit regelmäßigem EMS-Training werden gleichzeitig die wichtigsten Muskelgruppen im Rücken und sogar die Tiefenmuskulatur, die im klassischen Training nur schwer erreichbar ist, angesprochen.

Nach nur 20 Minuten ist das Training vorbei. So ganz kann ich noch nicht glauben, dass jetzt mein zeitintensives und anstrengendes Kraftsporttraining ersetzt sein soll. Ich hole mir deshalb noch einmal Rat bei meiner Kollegin Sandra. Sie ist bereits seit knapp drei Jahren Mitglied bei Bodystreet und ein perfektes Beispiel dafür, was Ehrgeiz und Begeisterung entfachen können.

Auf der Suche nach einem geeigneteren Training als das im überfüllten Fitnessstudio hat sie sich von einem Freund zu einem Probetraining bei Bodystreet inspirieren lassen und so den Sport für sich entdeckt.

Einmal in der Woche trainiert sie zu einem festen Termin. So fällt es ihr leichter, den inneren Schweinehund zu überwinden. Die Vereinbarkeit von Job und Sport ist Dank der unkomplizierten Terminabsprache auch kein Problem. Es gefällt ihr, dass sie von freundlichen Trainern mit maximal nur einem Trainingspartner gecoacht wird. Und das beste: Sandra nutzt das Rundum-sorglos-Paket. Zu jedem Training stellt Bodystreet ihr die komplette Trainingskleidung, Handtücher und erfrischende Getränke zur Verfügung. Nebenbei macht Sandra noch Sport zuhause und geht im Winter gerne Skifahren. Das EMS-Training nutzt sie außerdem, um für die Motorradsaison fit zu werden.

Auch nach knapp drei Jahren verlässt sie das Fitnessstudio jedes Mal mit einem großen Muskelkater. Den Spaß am Sport verliert sie so allerdings nicht. Das Glücksgefühl, etwas für ihren Körper getan zu haben, motiviert sie bei jeder neuen Trainingseinheit. Sandra hat mich überzeugt, über meine Gympass-Mitgliedschaft öfter bei dem EMS-Training mitzumachen, um meine Leistung zu steigern und meine Gesundheit zu fördern.

Autorin: Vincentina Dalies, Auszubildende im Marketing