Als wir vor ein paar Wochen beim Mittagessen über Stefan Raabs Promi Völkerball-Veranstaltung sprachen, wurde uns schmerzlich bewusst, wie lange wir alle nun schon in der Arbeitswelt versunken sind. Die Schultage mit den wöchentlichen Völkerballspielen liegen schon etliche Jahre oder Jahrzehnte hinter uns. Vorbei die Zeit als man aufregt zuschaute, wer in welches Team gewählt wurde. Man feuerte die Freunde an, den Ball zu fangen, damit man selbst von der Außenlinie wieder ins Spiel einsteigen konnte. Ach ja…lang ist´s her.

Als ich mich dann am Abend auf die Suche nach einer Möglichkeit machte, diese Kindheitserinnerungen noch einmal aufleben zulassen, entdeckte ich das Jumphouse in Hamburg. Dort ist es möglich, für eine kleine Gruppe ein sogenanntes Dodgeball-Feld zu mieten. Auf sechs übergroßen Trampolinen springt man nun rum und bewirft sich gegenseitig mit knautschigen Bällen. Klang nach einer super Idee!

So trafen wir uns also an einem Donnerstagabend vor den heiligen Hallen, aus denen gerade eine Schaar 10- bis 12-Jähriger rauskam. Wir fühlten uns wieder wie Schulkinder, die mit ihren Turnbeuteln vor der Sporthalle auf ihren Lehrer warteten. Statt Turnbeutel hielten wir nur Motoradjacken und Aktentaschen in den Händen – aber dasselbe Gefühl war da.

Nach einer kurzen Einweisung über die Sicherheits- und Spielregeln teilten wir uns in zwei Teams auf und wagten die ersten zaghaften Schritte auf dem wackligen Untergrund. Die anfängliche Zurückhaltung verschwand recht schnell und schon schnellten die Softbälle durch die Halle – dem Einen an den Kopf, dem Nächsten in den Bauch. Zu unser Überraschung waren nach der ersten Runde erst sechs Minuten rum und die schwitzenden Gesichter auf dem Spielfeld fragten sich alle, wie man denn die verbleibenden 54 Minuten überstehen sollte. Wir entschieden uns dazu Dreierteams zu bilden, wobei ein Team immer mal Luft schnappen konnte. Und das war bitter nötig!

Nach einer Stunde räumten wir erleichtert und erschöpft das Feld. Nach einem letzten Beweisfoto sammelten wir zum Abschluss bei einem gemeinsamen Essen noch einmal Energie, um den Weg nach Hause bewältigen zu können. Und auch, wenn wir nun wieder an unseren höhenverstellbaren Schreibtischen stehen, wippt doch der Eine oder Andere manchmal hin und her und ein Lächeln umspielt das angestrengte IT-Gesicht. In jedem von uns steckt doch immer noch das Schulkind, das hin und wieder mal spielen will.


 

 

Autorin: Nadine Ölmann (Consulting Services, Consultant)