Den Entschluss, einen Ironman (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 km Laufen) zu wagen, fasste ich an einem Sommerabend im Jahr 1995. Ich war damals schon erfolgreich im Triathlon unterwegs, jedoch nur auf der Kurzstrecke. Meine Eltern zogen mich damit auf, dass ein Kollege es bereits nach Hawaii zur Weltmeisterschaft geschafft hätte. Ich haute dann einfach mal auf den Putz und teilte ihnen mit, dass ich das auch könne – ohne wirklich zu wissen, worauf ich mich eigentlich einließ.

Aber ich hielt mein Wort: Im Mai 1996 finishte ich meinen ersten Ironman auf der Kanareninsel Lanzarote, zugleich Qualifikationswettkampf für die WM auf Hawaii. Im Oktober 1996 folgte dann der Start mit 2.500 weiteren Athleten auf der Pazifikinsel. Salzwasser beim Schwimmen, über 40 Grad Hitze, extrem hohe Luftfeuchtigkeit, viel Wind und schattenlose Highways… Doch dann, im 300 Meter langen Zielkanal, eine Minute lang Emotionen pur, Glücksgefühle auf höchster Ebene!

Ich kam sogar aufs Siegertreppchen in der Kategorie der Amateure. Wobei man sagen muss, dass beim Ironman die ersten fünf prämiert werden: ich wurde mit 9 Stunden 11 Minuten Vierter, insgesamt Rang 72. Am Ironman fasziniert mich die Kombination aus körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit. Man braucht beides, um neun Stunden lang an seine Leistungsgrenze zu gehen, aber keinesfalls darüber. Ansonsten schafft man es nicht ins Ziel.

Warum das Ganze? Ganz einfach: Es gibt einem die Bestätigung, dass es sich lohnt, Herausforderungen anzunehmen, die auf den ersten Blick unmöglich scheinen. Und für das Hochgefühl, wenn man den inneren Schweinehund besiegt. Das Abenteuer Ironman habe ich daraufhin 18 Mal wiederholt. 17 Mal kam ich ins Ziel, einmal ins Krankenhaus. Ich hatte mir beim Start eine Rippe angebrochen.

Autor: Ingo Herzog, SAP Vertrieb