Draußen ist es dunkel. Die Scheinwerfer der vorbei fahrenden Autos bilden einen Lichternebel, der das Schwarz des Winterabends durchbricht. Ich sitze im Bus nach Hause. Obwohl so alltäglich, ist es für mich immer noch ein bisschen seltsam. Wenn ich auch vielleicht körperlich schon wieder seit drei Wochen hier bin, sind meine Gedanken immer noch in China.

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Wir wurden ins kalte Wasser geworfen. Praktisch nur mit einem Koffer voll Erwartungen, sind wir am 18.10.2015 aufgebrochen ins Abenteuer „China“. Zusammen haben Tizian Schmidt, Birte Malz, Jakob Ender und ich, Larissa Stöpler, die Yunnan Provinz unsicher gemacht. Gemeinsam haben wir in den ersten beiden Wochen unseres vierwöchigen Aufenthalts Bäume auf einem Hang nahe der Stadt Dali gepflanzt. Ohne grünen Daumen und Chinesisch-Kenntnisse ausgestattet, haben wir uns langsam und mit der Hilfe vierer Studenten an das Landleben mitten im Nirgendwo gewöhnt. Gut, das fantastische Essen unserer Gast-Oma hat vielleicht auch ein bisschen dazu beigetragen. Durch unendliche Runden Ma-Jongg und Uno an den Abenden konnte man die Anstrengung des spannenden Arbeitstages gut abschütteln. Generell haben wir unglaublich viel mit den Studenten geredet, ausgetauscht und gelacht. Viel schöner hätte ich gar nicht in die chinesische Kultur reinschnuppern können! Zum Abschied von Dorf und Leuten, haben wir an Halloween noch einen Ausflug zum „Chicken Foot Buddhism Mountain“ gemacht. Unzählbare Treppenstufen und eine unbeschreibliche Aussicht. Außerdem – wenn ich einmal ein bisschen in das Spirituelle abtauchen darf – hat man einfach diese ganz spezielle, einnehmende und stärkende Aura dieses heiligen Platzes gespürt. Einfach umwerfend!

Und dann waren wir auf einmal in der Stadt Dali. In unserer, mehr oder weniger, eigenen Wohnung. Nun hieß es nicht „ An die Schaufeln!“, sondern „Head, Shoulders, Knees and Toes.“. Es kostete mich schon ein kleines Stück Überwindung, sich einer 50-köpfigen Klasse voller aufgeweckter Kleinkinder zu stellen. Doch nach den ersten paar Stunden, in denen wir in zweier Teams ein bisschen Lehrer spielen durften, hatten wir uns an die neue Situation gewöhnt. Und es gab vieles, an das man sich gewöhnen musste! Angefangen natürlich bei der Klassenstärke, weiter über den Fakt, dass Sechsjährige schon Englisch lernen und letztendlich über die überall spürbare Autoritätenpräsenz. In den Klassen gab es sogar Schüler, so etwas wie Gruppenleiter, die dann mit strengem Ton auch mal für Ruhe gesorgt haben.

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Wir haben auch noch in andere Schulen reingeschaut: Die Wochenendschule, High School und eine höher klassige Schule. Vier verschiedene Schulen, vier völlig verschiedene Eindrücke! Ganz große Unterschiede sieht man vor allem auch im Englischniveau. Da spielt Alter keine Rolle, wichtig sind hier vor allem auch Geld und der Wille, herausragend zu sein. Nur die vorprogrammierte Begeisterung über uns als Europäer war überall gleich. In der höher klassigen Schule wurden wir sogar von einer Welle von Autogrammblöcken überrollt. So spannend diese Woche war, so anstrengend war sie auch. So haben wir uns alle auf die letzte Woche gefreut. Auch wenn der Abschied so immer näher rückte.

Jetzt sahen wir endlich die Leiterin der ersten Studentengruppe wieder und konnten mit ihr ein bisschen mehr die Kultur des „Landes der Mitte“ kennenlernen. Neben vielen Stunden in der kulturellen Hochburg „Oldtown“, haben wir uns noch ein paar andere Tempel- Parks angeguckt, die aber trotz ihrer absoluten Schönheit nicht mit dem „Chicken Foot Buddhism Mountain“ mithalten konnten. Außerdem waren wir im Krankenhaus, der Bierfabrik und am „Ear Hi Lake“. An letzterem haben wir uns ein bisschen von der Sonne die Nase kitzeln lassen und mal einen Tag ausgespannt. Und so hat sich unsere Reise auch schon dem Ende geneigt. An den letzten beiden Tagen haben wir noch einmal eine kurze Auf-Wiedersehen-Tour gemacht und uns von allen, die uns ans Herz gewachsenen sind, verabschiedet. Das war auch nicht einfach. Und ein paar Stunden später waren wir dann auch schon über den Wolken, mit Hummeln im Bauch vor Aufregung auf Zuhause. Nach viel zu vielen Stunden und Filmen im Flieger, sind wir dann alle heil und unbeschadet gelandet. Damit war es vorbei, das Abenteuer der besonderen Art, China. Damit haben wir jetzt eine unglaubliche, nicht greifbare Erfahrung in petto, die uns niemand mehr nehmen kann. Dafür möchte ich mich ganz, ganz, lieb und herzlich bei Sycor bedanken, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.

Danke!

Über das Bildungsprojekt WELT:KLASSE: http://de.sycor-group.com/corporate/unternehmen/news-und-termine/news/sycor_news/Sycor-unterstuetzt-Bildungsprojekt-WELTKLASSE-Goettingen-00001/

 

Larissa StöplerAutorin: Larissa Stöpler (Schülerin am Hainberg-Gymnasium in Göttingen)