Durch das WELT:KLASSE-Bildungskonzept und Sycor hatte ich die Möglichkeit nach China zu reisen und ein mir bis dahin völlig fremdes Land zu entdecken. Ziel des Projektes ist es, Jugendlichen auf innovative Weise vierwöchige Lernerfahrungen in Schwellen- und Entwicklungsländern unter Einbindung ihrer gesamten Schulklasse zu ermöglichen. Die Schüler leben in Gastfamilien und arbeiten mit lokalen Jugendlichen in interkulturellen Teams. Über Videoschaltungen und Internetblog halten sie Kontakt zu ihrer Schulklasse. Ausführliche, fächerübergreifende Vor- und Nachbereitungen sind im Unterrichtsprogramm integriert. Auf diese Weise wird die Auslandserfahrung reflektiert und die Multiplikatorwirkung auf die Klassenkameraden weiter erhöht.

Für mich hieß es dann im Herbst letzten Jahres: Auf nach China. Auf ins Abenteuer. Als wir in China ankamen, war ich gleich super glücklich, denn der Flug hat super geklappt und die Landschaft war einfach atemberaubend. Ich packte meine Sachen aus und dachte, dass ich so ein Glück habe, hier zu sein. Das Abendessen toppte nun auch alles chinesische Essen, das ich bisher in Deutschland probiert hatte. Am nächsten Tag ging es dann auch schon los auf einen Berg, auf dem das Reforestation-Project stattfand. Wir pflanzten in den zwei Wochen insgesamt sechzig Bäume und bewässerten dazu die Bäume der vorherigen Gruppen. Nachdem wir vom Berg zurückkamen, fielen wir auch sofort hundemüde ins Bett. Während unseres Aufenthaltes konnten wir auch ein paar Worte Chinesisch lernen und nahmen an einer Kultur-Party teil. Dort wurden uns traditionelle Tänze und Gesänge vorgetragen und wir haben unseren Gastgebern Walzer aus Deutschland gezeigt. Die ganze Zeit begleiteten uns vier chinesische Studenten und zeigten uns die Gegend. Mit ihnen konnten wir uns auf Englisch unterhalten und abends haben wir meist eine Runde UNO oder Maijong gespielt.

Doch nach zwei Wochen ging es dann auch schon in die nächstgelegene Stadt Dali, mit 3,3 Millionen Einwohnern. Meinem Eindruck nach eine sehr schöne und riesige Stadt. Hier unterrichteten wir 6- bis 8-jährige Kinder in Englisch. Trotz der sehr schweren Kommunikation schafften wir es, durch Spiele Zugang zu ihnen zu finden und den Schülern neue Englisch-Vokabeln beizubringen. Manchmal war es sehr anstrengend, sich durchzusetzen oder etwas zu erklären, denn die sprachliche Barriere bestand und manche Kinder wollten lieber etwas anderes machen. Nach dieser Erfahrung kann ich meine Lehrer jetzt besser verstehen! Alles in allem war es meistens sehr schön und lustig. Neben unserem Unterricht erkundeten wir die Stadt und die nahe Umgebung. Dies war sehr interessant und an den letzten Tagen verstand man die chinesische Kultur schon viel besser als vorher. Doch um sie voll zu verstehen, muss man wohl noch länger dort leben.

In beiden Orten waren wir doch ein eher ungewohnter Anblick für die Einheimischen. Wir wurden sehr oft von fremden Leuten fotografiert oder lange Blicke streiften uns. Mit blondem Haar sieht man dann doch sehr fremd aus!

Doch wenn wir Hilfe brauchten, waren alle Chinesen, die wir fragten, sehr hilfsbereit und haben versucht uns, soweit wie möglich weiterzuhelfen.
China ist für mich ein Land mit vielen Kontrasten. Wir lernten sehr reiche und arme Leute kennen, die hübsche Natur und die industrielle Stadt kennen. Ein sehr vielfältiges Land!

Zusammenfassend möchte ich mich nochmal herzlich bedanken, dass Sycor mir all dies ermöglicht hat. Denn die Reise war einfach super! China ist ein sehr schönes Land, besonders weil es so anders ist, als Deutschland.

WELT:KLASSE Göttingen: Auf nach ChinaAutor: Tizian Schmidt (Schüler am Hainberg-Gymnasium in Göttingen)