4 SchülerInnen, 15 Jahre alt, 4 Wochen China. Ich bin Helena Finn, eine der vier SchülerInnen des Hainberg-Gymnasiums, die an dem Projekt „WELT:KLASSE Göttingen“ teilgenommen haben. Und am Anfang hatte ich in etwa die gleichen Informationen, die sie jetzt auch haben. Mit drei anderen Schülern des 10. Jahrgangs, Jule Ender, Paula Liersch und Lukas Klasen, bin ich im Oktober 2013 für 28 Tage nach China gefahren.

Die ersten zwei Wochen haben wir an einem Wiederaufforstungsprojekt teilgenommen, die anderen beiden Wochen haben wir einheimischen Kindern in einer Schule Englisch beigebracht.

Wir selber verstanden kein einziges Wort chinesisch, bis auf „Nihao“ (Hallo, Guten Tag), das wir in einem Youtube-Film gelernt hatten.

So standen wir also am 1.10.2013 am Frankfurter Flughafen mit 25 kg Gepäck und warteten auf den Flug nach Chengdu, von wo aus wir noch einmal 1 ½ Stunden nach Kunming, einer 7 Millionen-Metropole, flogen.

Als wir nach 10 Stunden mit dem Flugzeug landeten und klatschten, um unsere Erleichterung nach einigen Turbulenzen zu zeigen, wurden wir befremdet angestarrt. Viele der Chinesen waren schon aufgestanden, ehe das Flugzeug überhaupt gelandet war.

Nach einer Nacht in einem kleinen Hotel und unserem ersten chinesischen Essen, Reisnudeln, fuhren wir 6 Stunden mit einem Zug nach Dali. Der Zug war überfüllt und wir saßen zu fünft auf einem Dreistockbett.

Das Zugabteil mit den gegenüberliegenden Betten war zum Gang hin offen. Mit unseren Nachbarn konnten wir ein paar spärliche englische Wortfetzen austauschen, doch sie freuten sich, als wir ihnen auf einer Broschüre zeigen konnten, woher wir kommen. Am Bahnhof holten uns unsere Koordinatorin Rebekka und eine Studentin, Maggie, ab und wir fuhren in ein kleines Dorf nahe Dali. Auf einem Bauernhof, unserem Zuhause für die nächsten zwei Wochen wurden wir mit unglaublich leckerem Essen empfangen. Es gab Reis mit unterschiedlichen Beilagen, so viele, wie Menschen am Tisch sitzen. Das Essen wurde extra für uns nicht ganz so scharf gekocht. Im Laufe unseres Aufenthalts wurde das Essen immer schärfer.

In den ersten beiden Wochen gruben wir in 2er-Teams Löcher, pflanzten Walnussbäume und bewässerten diese. Insgesamt schafften wir 43 Bäume worauf wir sehr stolz waren. Zum Abschluss unseres Landaufenthalts wanderten wir 5 Stunden auf den Chicken-Foot-Buddhism-Mountain. Der Weg bestand weitgehend aus Treppen, deren Ende nicht zu sehen war. Dafür war die Aussicht umso schöner!

Der Abschied von den vier Studenten, die uns betreut haben, war sehr traurig. Die erste Hälfte unseres Aufenthalts verging wie im Flug und nun sollten wir schon in die Stadt, um zu unterrichten!

Dort wurden wir in einer Gastfamilie untergebracht und erlebten zum ersten Mal den Straßenverkehr in China. Es galt die inoffizielle Regel, welches Fahrzeug am größten und stärksten ist, hat Vorfahrt. Einmal stellte sich unser Bus mitten auf die Kreuzung, jedes Fahrzeug, das eine Hupe besaß, hupte, und auch die Zebrastreifen waren eher Straßenschmuck. Als Fußgänger musste man aufpassen nicht überfahren zu werden.

Als wir am nächsten Morgen zum ersten Mal in die Kindergartenschule kamen, hatten wir keine Ahnung, was wir unterrichten sollten. Uns wurde ein dünnes Lehrbuch in die Hand gedrückt und wir wurden zu zweit vor eine vierzigköpfige Klasse gestellt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir zwar schon fünf neue Worte auf Chinesisch gelernt, doch wie wir uns mit „Danke“, „lecker“, „Entschuldigung“, „Oma“ und „Opa“ verständigen sollten, war uns ein Rätsel. Die Schüler verstanden fast kein Wort Englisch und die erste Stunde lief dementsprechend nicht ganz so gut. Doch es wurde von Mal zu Mal leichter. Wir zeichneten Gegenstände an die Tafel, zählten mit ihnen und sangen „Head and shoulders, knies and toes…“. Es machte immer mehr Spaß! Auch die Kinder hatten Spaß und in den nächsten Tagen kamen sie begeistert angelaufen, wenn sie uns sahen. Die letzte Woche unseres China-Aufenthaltes verbrachten wir damit, Gebäude und Denkmäler, wie z.B. die „Three Pagodas“, das Wahrzeichen Dalis, eine Zement- und Bierfabrik und ein Museum zu besichtigen. Die Zeit verging viel zu schnell, aber dennoch freuten wir uns sehr auf zu Hause.

An dieser Stelle möchte ich Sycor danken, die mir das Stipendium für diese wunderbare Reise finanziert haben. Diesen Monat werde ich nie vergessen, die Bekanntschaften, die wir gemacht haben, die Dinge die wir erlebt haben und vor allem die Erfahrungen, die wir sammeln durften. Es war einfach einmalig!

Autorin: Helena Finn (Schülerin Hainberg-Gymnasium Göttingen)